Während die meisten Brandenburger am Herd standen, um die Weihnachtsgans und den Grünkohl zuzubereiten, waren wir auf dem Weg nach Salzburg. Wir haben es nicht aufgegeben, Unterstützung für unsere Rumänienprojekte, auch in Österreich zu suchen. Wir hatten Michael Aufhauser im Oktober versprochen, ihm und seinem Team über die Weihnachtsfeiertage beim Christkindlmarkt auf Gut Aiderbichl zu helfen. Mit Hallo wurden wir empfangen, als ob wir schon immer zur "großen Familie" gehört haben. Auch bei Marianne und Hans, unseren Wirtsleuten, sind wir wie Freunde begrüßt worden. Man spürt viel Wärme bei den Leuten rund um Henndorf. Die meiste Wärme erhalten wir aber von den Tieren, die eine Zuflucht auf dem Gut gefunden haben, und liebevoll behandelt werden. Jede Kreatur hat ein Recht auf Leben.

Angela hatte die Aufgabe, im Restaurant die vielen, manchmal mehr als tausend, Besucher zu bedienen und ihre Wünsche aus uns noch fremden deutsch klingenden Worten, rauszuhören. Manchmal musste ein Verkaufsstand betreut, oder Tiere gefüttert werden. Ich sorgte für Ordnung auf dem großen Hof, hielt ein Lagerfeuer am Leben und schenkte Punsch und Glühwein aus. Kinder durften Ponyreiten oder eine Wurst selber grillen. Wir überbrachten Herrn Aufhauser ein Konzept für die Zusammenarbeit mit den Rumänienprojekten und Geschenkartikel aus den Werkstätten der Stiftung für Straßenkinder in Miercurea Ciuc. Zu Weihnachten 2004 auf Gut Aiderbichl haben wir wieder viele Freunde gefunden, für unsere Kinder in Rumänien und unser Tierheim in M.C. Als Angela vor nunmehr sieben Jahren das erste Mal nach Rumänien flog, wusste sie noch nicht, was sie dort erwarten sollte.

Schwester Dolore, die das Kinderheim leitet, wollte anfangs nicht, dass Angela sich den weiten Weg machte, um in ihrem Urlaub Straßenkinder zu betreuen und im gerade neu gebautem „Haus Rosenheim“ mit anpacken half und ihre medizinischen und fachlichen Kenntnisse an den Mann bzw. an das Kind bringen wollte. Sie war der Meinung, Angela hätte genug mit der mobilen Pflege zu tun. Aber Ergeiz und Nächstenliebe haben A. Zimmermann, und seit vier Jahren auch mich, immer wieder den weiten Weg machen lassen, um Spendengüter nach Rumänien zu bringen und dort den Kindern zu helfen. Es gibt immer zu tun im Haus, die deutsche Krankenschwester wird von den armen Leuten im Ort gerne gerufen. Für alle Kinder, die man auf der Straße trifft, ist immer ein Plüschtier oder Schokolade dabei.

Wir haben aber auch anderen Einrichtungen der Nonnen vom Kloster in Mallersdorf Spendengüter gebracht. Sei es einer Kindertagesstätte in Deva, einem Altersheim in Sanzieni oder Freunden aus Frumoasa oder Miercurea Ciuc, die wir inzwischen gefunden haben. Seit 2003 Jahr unterstützen wir auch den Tierschutzverein in Miercurea Ciuc, "Fundatia Pro Animalia", deren Hunde damals mit Rattengift dezimiert werden sollten. Es ist einfach zu helfen, man darf nur nicht weg sehen. Viele Hauspaten, die einen festen, jährlichen Betrag spenden, sorgen dafür, dass die fixen Kosten für das Haus, wie Heizung und Strom, gezahlt werden können. Kleidung und Schuhe sind weiterhin Mangelware und werden oft von uns aus Deutschland mitgenommen.

Freiwillige Helfer in Rumänien

Als eines der osteuropäischen Länder glänzt Rumänien nicht gerade durch seine privilegierte Lage. Auch geschichtlich bedingt versucht Rumänien gerade erst, sich zu stabilisieren und Strukturen aufzubauen, die den Menschen einen höheren Lebensstandard bieten. Ziel ist es, die Zahl der Emigrierenden, die in anderen Ländern Arbeit suchen, zu reduzieren und das Land auch für Einheimische attraktiver zu machen.

Rumänien braucht vor allem hochqualifizierte Fachkräfte, die dem Land einen wirtschaftlichen Aufschwung ermöglichen. Der Ansatz der Regierung ist es derzeit, in die Bildung zu investieren und das Schulsystem zu verbessern. Dies ist für ein jedes Land essentiell, da Bildung den Grundstein legt zu jeglicher Qualifikation der Heranwachsenden, die wiederum die Zukunft des Landes grundlegend mitbestimmen.

Zu diesem Zweck werden immer mehr Projekte auf die Beine gestellt, in denen Freiwillige ihre Dienste anbieten, um in verschiedenen Bereichen zu helfen. Aufgrund der oben genannten Tatsache bewegen sich diese Projekte sehr häufig im Bildungsbereich oder auch in der frühkindlichen Erziehung. Gesucht werden Helfer für verschiedenste Aufgaben. Beliebt sind derartige Stellen vor allem bei Studenten oder ehemaligen Schülern, die gerade ihr Abitur absolviert haben und auf einen Studienplatz in ihrem Heimatland warten.

Als Privileg hat Rumänien dafür ein mildes Klima zu bieten. Zudem werden diese Projekte zumeist finanziell gefördert, sodass die freiwilligen Helfer gut von ihren Einkünften leben können. Auch um organisatorische Dinge wird sich im Vorfeld in der Regel gekümmert. Meist wird den Helfern eine möblierte Wohnung zur Verfügung gestellt und oft wohnen sie nach eigenem Wunsch in Wohngemeinschaften mit anderen Helfern, die die gleiche Sprache sprechen. Dies alles macht die Teilnahme an derartigen Projekten immer attraktiver. Vorbei sind die Zeiten, in denen sich Studentinnen vor http://www.camplace.com ihren Lebensunterhalt verdient haben.

Heutzutage ist es üblich, in den Semesterferien an diversen Hilfs-Projekten teilzunehmen, sich international fit zu machen und möglichst viel von der Welt zu sehen. Die Möglichkeiten dafür sind mannigfaltig. Von Lehrtätigkeiten über Kinderbetreuung bis hin zu Therapie-Jobs ist alles dabei und häufig haben freiwillige Helfer im Vorfeld freie Auswahl. Des Weiteren besteht die Möglichkeit, während des Aufenthaltes den Arbeitsplatz zu wechseln, um möglichst viele verschiedene Bereiche und Menschen kennenzulernen. Durch die gute Organisation dieser Projekte fühlen sich die Helfer nie auf sich allein gestellt, sondern haben für alle möglichen Fragen im Alltag einen individuellen Ansprechpartner, der Angestellter oder auch Führungskraft eines solchen Projekts ist.

Ausgeschrieben werden diese Stellen meist übers Internet. Über diverse Jobbörsen haben Interessierte die Möglichkeit, sich zu informieren und zu bewerben. Alles Weitere wird dann meist über Telefongespräche oder persönliche Interviews, die meist in größeren Städten stattfinden, geklärt. Sollte man allein nicht den Mut haben, mehrere Wochen oder Monate von Zuhause wegzugehen, so besteht selbstverständlich die Möglichkeit, gemeinsam mit einem Freund oder einer Freundin an einem Projekt teilzunehmen, was mittlerweile durchaus üblich ist vor dem Hintergrund dessen, dass viele sich sicherer fühlen mit einer vertrauten Person an ihrer Seite.

Sollten Sie selbst sich für eine Stelle als freiwilliger Helfer oder als freiwillige Helferin interessieren, googeln Sie gerne einmal. Sie werden dann die Webseiten verschiedener Organisationen finden, bei denen Sie sich bewerben können. Sie müssen kein festgelegtes Arbeitnehmer-Profil erfüllen. Wichtiger sind Schlüsselqualifikationen wie Zuverlässigkeit, Empathie und der Wille zu helfen.